Kurzbiografie

2014/2015

Geboren am 13. 9. 1952 in Baden-Baden, im indianischen Sternzeichen des Braunbären, im chinesischen Jahr des Drachen und im abendländischen Zeichen der Jungfrau – falls es etwas zu bedeuten haben sollte. Kaufmännisch-kleinbürgerliches Milieu mit Hang zum Bildungsbürgerlichen. Bis auf Mathematik fiel das Lernen relativ leicht, schon während der Schulzeit regelmäßige Nachmittags-Jobs. Kurze Phase einer theorielastigen Politisierung, mit Sympathien für die Kritische Psychoanalyse und die SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend Baden-Baden), aber auch für Musik und mehr oder weniger halluzinogene Drogen.

1972 – nach eher unauffälligem Durchlaufen der damals noch nicht reformierten Oberstufe - die “Allgemeine Hochschulreife”, vulgo Abitur, am neusprachlich-naturwissenschaftlichen Markgraf-Ludwig-Gymnasium entgegen genommen, mit zeitgemäßer Verachtung des Leistungsgedankens, der Notengebung und des bürgerlichen Bildungskanons
Es folgen Orientierungsversuche („placet experiri“), Philologische Studien und intensive Erkenntnissuche, verbunden mit der aktiven Herausbildung eines umfassend guten Körpergefühls (Germanistik, Philosophie und Sport) an der Universität Karlsruhe (Fridericiana! - heute unverständlicherweise prosaisch KIT genannt), die 1979 dann doch zu bürgerlicher Bildung und zu einem ordentlichen Staatsexamen mit Prädikat führen. Verlängerung des hedonistisch-freischwebenden Intellektuellen-Daseins durch ein Promotionsstudium mit Stipendium einer Begabtenförderung („Objektiver Faktor Subjektivität – Die Reprivatisierung der Literatur nach der Studentenrevolte“ war das immer noch schöne Thema) bis Mitte der achziger Jahre. Die akademischen Studien dabei immer begleitet von Unterrichtstätigkeiten an Schulen und Volkshochschulen, Werbeagenturen (Texter) und freier, journalistischer Arbeit in Print (FAZ bis taz), Hörfunk und Fernsehen (Besprechungen, Kritiken, Lektorate, vor allem beim SWR). Schließlich wollen Audio- und Bibliophilie, Reisen und die fortschreitende Geschmacksverfeinerung bei Essen, Trinken und Kleidung finanziert sein. Die Medienarbeit für’s Feuilleton wird in den achzigern zunehmend zur Haupttätigkeit und führt schließlich zur lange verzögerten Abnabelung von der Alma Mater und zu einem weichen Übergang ins Berufsleben als freier Journalist. Die Dissertation bleibt Fragment.

Nach weiteren Irrungen und Wirrungen in der Medienwelt (u.a. Aufbau eines Kultur-Ressorts im kommerziellen Hörfunk - "Die Welle" in Karlsruhe - mit allen damit verbundenen inneren Widersprüchen), 1992 als Film- und Musik-Redakteur beim neu gegründeten deutsch-französischen Kulturkanal ARTE eingestiegen – und dort angekommen - bis heute.
ARTE macht angeblich Fernsehen für Menschen, die das Fernsehen skeptisch sehen, das ist gut so, und die Rundfunk- bzw. Haushaltsabgabe ist da nach wie vor gut angelegt. Wer will schon eine amerikanische Medienlandschaft... Für das Privileg, meine persönlichen Interessen (Literatur, Film und zeitgenössischer Jazz) nicht selten mit der Arbeit in Einklang bringen zu können, bin ich immer wieder sehr dankbar, auch wenn ARTE sich über die Jahre dem Mainstream etwas geöffnet hat und zugänglicher geworden ist. Aber für einen Sender zu arbeiten, der z. B. das kompromisslose Avantgarde-Jazzfestival Moers an vier Tagen als Live-Stream überträgt, ist schon sehr befriedigend.
Es gilt seit 16 Jahren der Familienstand "verheiratet" und meinen 10-jährigen Sohn (Sommer 2015) heranwachsen zu sehen, ist große Verantwortung und die reinste Freude. LOVE - PEACE - HAPPINESS

Lieblingssatz: “Man muss davon ausgehen, dass der Stein denkt”
(Rainald Goetz)

Kalenderspruch für 2015: "Dass die Sonne morgen aufgeht, ist eine Hypothese" (Ludwig Wittgenstein)